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© HEIDIS NEWSLETTER   3. Quartal 2022   (Juli - September)

 

NEWSLETTER 3. QUARTAL 2022 ©



Wenn jeder dem anderen helfen wollte,

wäre allen geholfen.“

(Marie von Ebner-Eschenbach)



Vor einigen Tagen saß ich im Hof meines Nachbarn. Wir warteten auf eine neue Fuhre Heu für meine Pferde. Es war Heuernte und brütend heiß schien die Sonne vom Himmel.

Da hörten wir schon den Traktor. Ich kletterte die Leiter hinauf auf den oberen Stock der Scheune um mit den Männern, die das Heu einfuhren, abzuladen.

Genau ein Jahr ist es her, dass ich hier in diesem Ort gelandet bin. Ohne jemanden zu kennen, keine Ahnung darüber zu haben, wo ich Heu für meine Pferde herbekomme oder wo ich ihren Mist entsorgen könnte. Ich stand vor einem Problem, das nur jemand nachvollziehen kann, der seine Pferde selbst versorgt ohne Landwirt zu sein.

In der Vergangenheit hatte ich, diese Themen betreffend, oft wirkliche Probleme. Viele Menschen versprachen alles, hielten nichts, betrogen mich oder ließen mich im Stich. Doch mein Vertrauen ins Universum, in die Fügungen des Lebens und in die Existenz hilfreicher Menschen habe ich nie verloren.

Nun heidi.findeis@web.de kam ich mit meinen Pferden in diesem Ort an und innerhalb kurzer Zeit organisierte mein einer Nachbar Heu im Übermaß für mich. Er rief die Bauern und Wiesenbesitzer in der ganzen Umgebung zusammen und in null Komma nichts standen 12 Männer bereit, mähten, wendeten und pressten das Heu - hier noch eine kleine Wiesenecke und dort noch ein Stück – alles wurde zusammengebracht, was übrig war. Sie arbeiten parallel in zwei Gruppen und ich stand bereit um beim Abladen der Ballen zu helfen.

Freundschaft ist Gefühl und Verständnis füreinander

und Hilfsbereitschaft in allen Lebenslagen.“

(Cicero)

Otti, mein anderer Nachbar meinte, ich könne alles in seine leere Scheune bringen. Otti, der Helfer in wirklich allen Lebenslagen, der mir nun nicht nur seine Scheune kostenfrei zur Verfügung stellt sondern auch seinen Misthaufen - und Jonas, der Sohn des anderen Nachbarn den Mist auf seinem Kartoffelacker entsorgt – auf diese beiden ist wirklich Verlass.

Fast alle Dorfbewohner bedienen sich ebenfalls am Pferdemist und streuen ihn in ihren Gärten aus. Die einen bringen mir Erdbeeren, die anderen Salat, Kartoffeln oder sonstiges als Dank für den guten Dünger.

Nach tagelanger Arbeit in Hitze und Staub und trocken eingebrachtem Heu, saßen wir nun alle beisammen und schütteten das eiskalte Zitronenwasser in uns rein, welches Otti in Massen anschleppte.

Dankbarkeit und Glück – das ist es, was man in diesem Moment fühlt. Dankbarkeit über diese hilfsbereiten Menschen, denen das Schicksal des anderen nicht egal ist. Die nicht jammern und stöhnen wegen der schweren Arbeit in Hitze und Dreck. Sondern die tun, was jetzt getan werden muss, damit meine Tiere versorgt sind.

Was ist es, das die Menschen hier so selbstverständlich helfen lässt? Ist es Mitgefühl, Verantwortungsgefühl, Zusammengehörigkeitsgefühl, Gewohnheit oder „weil des macht mr halt so“?

heidi.findeis@web.de Die Menschen hier sagen, es käme von der jahrhundertelangen Abgeschiedenheit des Ortes. Hier musste man sich immer helfen, sonst war man verloren. Ist es nur das?

Eigentlich ist es egal was es ist. Eins ist es aber auf jeden Fall – einfach schön! Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn alle Menschen sich gegenseitig helfen würden. Ja, dann wäre wohl allen geholfen, wie Marie von Ebner-Eschenbach sagt.



Hier fällt mir der Film „Das Glücksprinzip“ ein. In diesem Film kommt ein kleiner Junge auf die Idee, dass die Welt besser werden könnte, wenn jeder Mensch nur drei anderen helfen würde. Denen geholfen wird, geben es nicht zurück sondern an drei andere Menschen weiter. Und so breitet sich Hilfsbereitschaft auf der ganzen Welt wie durch ein Schneeballsystem aus.

Bevor ich hierher kam, hatte ich oft den Eindruck, dass die Welt arm geworden ist an Hilfsbereitschaft. Hier scheint das Leben in vielen Dingen stehen geblieben zu sein. Gerade in dieser Zeit gibt es so viele Menschen, die festzustecken scheinen. Wäre es nicht bitternötig ihnen die Hand zu reichen, ihnen herauszuhelfen? Oft sind es Kleinigkeiten, die unglaublich viel bewirken können.

Wie glücklich macht es, Hilfe und Unterstützung zu erhalten, wenn man sie braucht?

Wie glücklich macht es Hilfe geben zu dürfen, wenn es möglich ist?

heidi.findeis@web.de

Das Leben sollte stets ein Geben und Nehmen sein, denn nur so ist Ausgleich und Balance auf der Erde möglich und alles bleibt in Harmonie. Weitergeben was man nicht braucht, annehmen was man nötig hat – nicht aufrechnen, nicht erwarten, sondern selbstverständlich Hand in Hand das Leben gemeinsam bewältigen.

Niemand ist nutzlos in dieser Welt,

der einem anderen die Bürde leichter macht.“

(Charles Dickens)



Meine beiden Stuten grasen hinterm Haus auf ihrer Koppel. Es fängt an zu regnen. Sie genießen die Erfrischung nach den heißen Tagen. Und wie glücklich können wir sein, dass das Wetter gehalten hat bis das Heu im Trockenen ist – dank allen helfenden Hände.

heidi.findeis@web.de

Lasst uns alle helfen wann wir können und wo wir können, denn

Wir sind dazu geboren, wohltätig zu sein.

(William Shakespeare)



HEIDI




















© heidi.findeis



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